Sonstiges

KARHU

 

In Deutschland relativ unbekannt doch in Finnland legendär, dass ist Karhu, ein im Jahr 1916 gegründetes Unternehmen was ursprünglich und größtenteils auf die Herstellung von Diskussen, Speeren und Skiern aber auch Laufschuhen spezialisiert war. Damals noch unter dem Namen Ab Sport Artiklar Oy bekannt, wurde der Name in den 1920er Jahren in Karhu geändert, was im finnischen so viel wie „Bär“ bedeutet. Der erste Athlet, der in Laufschuhen der Marke für Siege und Rekorde sorgte, war der Finne Paavo Nurmi, der zwischen 1920 und 1928 insgesamt neun Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gewann.
Die Brand war die „Marke mit den drei Streifen“. Falsch? Nein, richtig! Karhu ließ die drei Streifen als Warenzeichen eintragen und war die erste Marke, deren Sportschuhe drei Streifen trugen. Allerdings nur bis 1952, denn dann erwarb eine bekannte deutsche Marke aus Herzogenaurach die Rechte an den drei Streifen – und das nach eigenen Angaben der Finnen für umgerechnet 1600 Euro und 2 Flaschen guten Whisky.
Zu dieser Zeit war Karhu einer der führende Hersteller von Sportschuhen, bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki wurden allein 15 Goldmedaillen in Spikes der Brand errungen. Nach dem Verkauf der drei Streifen wurden alle Sneaker der Marke mit einem „M“ versehen, dem Anfangsbuchstaben der Designer-Brüder Mäntylä die sich damit unsterblich machten.
Von der Gründung an bis 1966 war Karhu ein Synonym für handgefertigte Produkte, qualitativ hochwertige Materialien, dezente Farben und schlichte Silhouetten. Im Vordergrund standen die Produkte und nicht die Marke dahinter, die Produktpalette war riesig und Accessoires und Zubehör spielten eine große Rolle. Der gesamte Produktionsprozess lief unter einem Dach ab, da Produktmanager, Designer und die Arbeiter in der Fabrik an einem Standort zusammenarbeiteten. So konnte jeder Mitarbeiter die Produkte bei den einzelnen Produktionsschritten verfolgen und Verbesserungen konnten sofort umgesetzt werden. Die Fabrik in Helsinki konzentrierte sich dabei auf Sportschuhe, in der zweiten Fabrik in Porvoo hingegen lag der Fokus auf Skis, Speeren und anderen Dingen. Zur damaligen Zeit war der weltweite Handel mit Sportartikeln noch nicht so umfassend wie heute und das Unternehmen stattete den gesamten Bereich des Sports in Finnland nahezu alleine aus. Ob Segeln, Skifahren, Boxen oder Tischtennis, egal um welche Sportart es ging, Karhu und deren Designer versorgten Alles und Jeden der mit Sport zu tun hatte.
Ab Mitte der 60er Jahre wünschten sich die Athleten des Karhu-Teams frischere und knalligere Farben für ihre Sneaker, was die Designer umsetzten und Farben auf die Schuhe brachten, die heute als die „Iconic Karhu Colors“ bezeichnet werden. Zwischen den 60er und 80er Jahren war Karhu ein Synonym für innovatives Design, nicht nur die Farben wurden bunter, es wurde auch mit neuen Materialien und Materialmixen experimentiert, unter anderem mit Nylon, Leder und EVA. In dieser Zeit entwickelte die Marke auch das erste „Air Cushioning System“ weltweit, was später von einigen sehr bekannten Sportschuhmarken kopiert wurde. Als die führenden Designer der „Innovation Ära“ galten die Brüder Mäntylä, die nicht nur den Schuhen das „M“ verliehen, sondern auch eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung des Air Cushioning Systems in den 70ern spielten. Der erste Sneaker, der mit diesem System ausgestattet war, war der „Karhu Albatross“, ein leichter Running-Schuh, der für Männer und Frauen gleichzeitig konzipiert war und von dem auf Anhieb 1.000.000 Paare weltweit verkauft wurden.
In den 70er Jahren übernahm Matti Salminen die Designabteilung bei den Finnen, er war der Mann hinter den bekanntesten Schuh-Designs der Golden Ära bei Karhu. Doch nicht nur das Design war erfolgreich, sondern auch die Athleten, die in den finnischen Running-Schuhen liefen. Einer von ihnen, Olavi Suomalainen, gewann den Boston Marathon 1972.
Die Farben änderten sich erneut, Multicolor war das Wort der Stunde und mit wilden Farbwegen ging es in und durch die 80er Jahre. In dieser Zeit wurden weitere innovative Technologien entwickelt, „Fulcrum“, Ortix“ und „Synchron“ waren einige von ihnen. Die Marke mit dem Bären hielt am schlichten finnischen Design fest aber schuf zusammen mit der Universität von Jyväskylä ein neues Sohlen-System für ein natürlicheres Laufgefühl und einen besseren Antritt. Man verwarf das „Air Cushioning System“ setzte stattdessen fortan auf „Fulcrum“. Das erste Modell mit Fulcrum-System war der „Karhu Fulcrum Star“ der 1986 auf den Markt kam.
Die nächste Innovation war etwas wirklich aussergewöhnliches zu dieser Zeit, 1989 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und „Ortix“ genannt. Dabei handelte es sich nicht „nur“ um ein im Schuh verbautes Etwas, sondern um ein ausgeklügeltes System was den Fuß eines Läufers genau analysierte um den passenden Schuh und die perfekte Innensohle dafür zu finden.
Die Zusammenarbeit mit der Universität von Jyväskylä trug in den 90er Jahren erneut Früchte, es wurde ein Laufschuh entwickelt, dessen Midsole den vertikalen Aufprall beim Laufen um 13% gegenüber herkömmlichen Schuhen reduzierte. Der „Karhu Strong Fulcrum Ride“ wurde dafür von einer der renommiertesten Lauf- und Running-Zeitschriften, dem „Runner’s World Magazine“, mit dem „Best Debut 2009“ ausgezeichnet.
Für alle Sneaker-Freaks sind aber sicher Modelle wie der „Synchron Classic“, der „Fusion 2.0“, der „Aria“ oder der „Albatross (Elite)“ aus dem Lifestyle-Segment der Brand interessant die nicht nur die Performance beim Laufen unterstützen, sondern mit Style, besten Materialien und perfekter Verarbeitung auch einen richtig guten Sneaker für jede Gelegenheit abgeben.

Karhu – The Flying Finns

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