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NIKE AIR MAX 1

 

Wir schreiben das Jahr 1987. Nike bringt einen Sportschuh mit einem der innovativsten und bahnbrechendsten Technologien der Sneaker-Welt auf den Markt – den Nike Air Max. Heute als Air Max 1 oder Air Max 87 bekannt, war er der erste Sneaker mit einem sichtbaren Luftkissen in der Mittelsohle, dem Air Pad oder auch Bubble genannt. Doch die Geschichte der „Air-Sohle“ begann schon viel früher...
Der Raumfahrtechniker Marion Franklin „Frank“ Rudy war der Meinung, dass ein Projekt, an dem er mit seinen Kollegen bei der NASA arbeitete, auch auf der Erde Verwendung finden könnte: ein Blasformverfahren für Gummiteile. Mit diesem Verfahren stellte er Sohlen mit Hohlräumen her, in die mit verdichtetem Gas befüllte Gummimembranen eingesetzt wurden – die „Air“-Sohle war geboren. Während Rudy in seiner Erfindung eine Revolution sah, konnte er die Hersteller verschiedener Laufschuhmarken nicht für seine Idee begeistern oder gar davon überzeugen – bis er 1977 nach Beaverton kam und Nike-Mitbegründer Phil Knight das Potenzial dieser Technologie erkannte.
Nach vielen Experimenten und Tests brachte Nike 1978 den Air Tailwind auf den Markt, den ersten serienreifen Laufschuh in dem Rudy’s „Air“-Technologie, die er sich 1979 patentieren ließ, zur Anwendung kam.
Im gleichen Jahr kam Mark Parker als Designer und Entwicklungsmanager zu Nike um dann 1981 Direktor für Designs, Konzepte und Entwicklung zu werden. Ebenfalls im Jahr 1981 begann Tinker Hatfield, der Architektur studiert hatte, für die aufstrebende Marke zu arbeiten. Parker und Hatfield wurden zu einem Team, was Nike den größten Erfolg in der Firmengeschichte bescherte – den Nike Air Max.
Hatfield ließ sich beim Design des Sneakers vom Le Centres George Pompidou in Paris inspirieren, dessen von innen nach außen gekehrte Architektur die Gebäudestruktur für alle sichtbar machte. Doch nicht nur beim Design sondern auch bei der Wahl der Farben spielte das Bauwerk eine große Rolle. Schon von weitem durch seine satte, leuchtende Coloration sichtbar, sollte dieser Effekt auch auf die neuen Laufschuhe übertragen werden. Das knallige Rot sollte sofort ins Auge fallen und in Verbindung mit dem sichtbaren Air-System einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Damit wurde der Sneaker zu dem Modell, was in den späten 1980er Jahren am meisten wahrgenommen wurde und zudem den größten Wiedererkennungswert hatte.
Doch aller Anfang war schwer, im Falle des Air Max standen gar die Jobs von Parker und Hatfield auf dem Spiel denn der Vorstand und die Marketingabteilung von Nike waren alles andere als angetan von der Idee, dass Air-System sichtbar zu machen. Sie vertraten die Meinung, dass potentielle Käufer die Sohle des Laufschuhs als instabil ansehen und die Sneaker anderer Marken vorziehen könnten. Die Markteinführung stand also auf der Kippe und damit ebenso die weitere Arbeit der beiden Protagonisten bei Nike. Am Ende gab man dem ausgefallenen Design jedoch eine Chance und traf damit die beste Entscheidung die in den heiligen Hallen Beavertons jemals getroffen wurde.
Der Schuh verfügte außer seinen offensichtlichen Neuerungen auch über eine weitere Veränderung an der Mittelsohle: sie war an den Seiten etwas höher gezogen, ähnlich einem flachen Rahmen der den Fuß etwas fixiert und ihm damit mehr Halt gibt. Im Gegensatz dazu wurde die Ferse mit einer Kerbe versehen und somit der natürlichen Form des Fußes angepasst. Ebenfalls neu waren die „Lace Locks“ aus Kunststoff die eine optimale Schnürung ermöglichten ohne einzuschneiden.
Während die ersten Testmodelle noch über eine cleane Fersenpartie verfügten bevor ein Nike Air-Schriftzug verwendet wurde, trägt das offizielle Paar bis heute das weltbekannte Nike Air-Logo mit dem Swoosh.
Bei der ersten Serie des Air Max, die bereits 1986 produziert wurde, hatte man sich im Hause Nike in Sachen „Visible Air“ etwas übernommen. Da an den Seiten der Mittelsohle sehr viel Material ausgespart wurde um das Air Pad so gut wie möglich sichtbar zu machen, wurde der Schuh beim Laufen instabil, was leicht zu Verletzungen führen konnte. Der Schuh wurde noch einmal überarbeitet und bei der zweiten produzierten Serie war die optimale Balance zwischen Dämpfung und Stabilität gefunden. Damit war der Schuh nicht nur optisch seiner Zeit voraus, sondern auch in punkto Laufeigenschaften und Stoßabsorption allen anderen Laufschuhen überlegen.
Um noch mehr Aufmerksamkeit auf das neue Modell zu lenken, bezeichnete Nike die Air Max Serie als „Revolution in Motion“ und nutzte als musikalisches Statement für den ersten offiziellen Werbespot die Single „Revolution“ von The Beatles. Als Darsteller fungierten dabei Spitzensportler wie Basketball-Legende Michael Jordan, Tennis-Champ John McEnroe und das Allroundtalent Bo Jackson. Die Folge des offensiven Marketings und der geglückten Markteinführung war der stärkste Umsatz den die Brand bis dahin zu verbuchen hatte. Nike wurde praktisch über Nacht vom Sportschuhhersteller zur weltbekannten und angesagten Marke im Sportartikelgeschäft.
Die ersten beiden Modelle des Air Max waren für den Laufsport konzipiert, als Obermaterial wurden Suede und Mesh verwendet. Doch schon in der folgenden Saison erkannte Nike, dass der Air Max mehr als ein Laufschuh war und brachte ein Modell mit Leder-Upper in die Läden. Der Runner avancierte zum Alltagsschuh und wurde vom Sportartikel zum Lifestyle-Objekt.
In den folgenden Jahren arbeitete Nike daran, den Air Max noch leistungsfähiger und beständiger zu machen und vor allem die Sohle weiter zu verbessern. Nachdem 1989 der Air Max II (bekannt als Air Max Light) und 1990 der Air Max III (der heutige Air Max 90) eingeführt wurden, schickte die Brand 1992 einen Hybrid ins Rennen, einen Air Max 1 unter dem die Sohle des Air Max 90 verbaut wurde. Das Modell, was ein Upper aus Leder hatte und heute zu seltenen Sammlerstücken zählt, verschwand nach einigen Colorways wieder aus dem Marken-Portfolio und Nike ging back to the Roots. Den ersten Retro des Air Max 1 in seiner ursprünglichen Form gab es 1995, gefolgt von einer „Leather SC“-Serie und dem nächsten Must Have eines jeden Collectors: dem Jewel. Ein Modell, bei dem der gewohnte große Swoosh auf dem Seitenpanel durch einen kleinen, „Juwelen-Swoosh“ ersetzt wurde. Das nächste Highlight kam mit dem ersten Air Max 1, der einen zusätzlichen kleinen Swoosh an der äußeren Vorderseite des Mudguards hatte, der sich als „Mini-Swoosh“ im Sprachgebrauch der Sneakerheads gefestigt hat. Ein neues Kapitel der Sneakergeschichte schlug Nike 2002 auf als man mit dem japanischen Retailer „Atmos“ zusammenarbeitete und die erste „Sneaker-Collabo“ veröffentlichte: den „Atmos Safari“, einem der wohl bekanntesten Colorways des Air Max 1. Was darauf folgte, war eine wahre Flut des „Einsers“ in allen erdenklichen Farben und Materialien, die Qualität musste der Quantität weichen und der einstige Kultschuh wurde zum turnschuhgewordenen Prügelknaben der „Generation Sneaker“. Der Schuh, der vor 30 Jahren den Laufschuh-Markt revolutionierte, stand vor den schnürsenkeldurchzogenen Trümmern seiner selbst - doch Rettung naht...


Iceberg

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